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Ist Streamen schlecht für den Planeten?

Mai 9, 2023Tech-NewsAlexander Niederhofer

Schon länger gab es die Befürchtung, dass genau das, was viele in ihrer Freizeit am liebsten tun, gar nicht so gut für die Umwelt sein soll. Das Schauen von Filmen und Serien auf Streamingplatformen wie Netflix und Amazon Prime könnte einiges an CO2 freisetzen und damit die Umwelt belasten. Im Jahr 2019 erreichte die Aufregung dann ihren Höhepunkt. Eine Studie von The Shift Project kam scheinbar zum Schluss, dass nur eine halbe Stunde Streaming ganze 1,6kg CO2 freisetzen würde, was einer Autofahrt von ca. 6,2km entspricht. Damit wäre Streamen ein richtiger Klimasünder. Glücklicherweise handelte es sich dabei um einen Kommunikationsfehler und der CO2 Ausstoß ist in Wahrheit um einiges niedriger. Aber wie schlecht ist Streamen nun wirklich?

Die Energiekosten des Internet

Alle Daten, die wir übers Internet beziehen, müssen in Rechenzentren verarbeitet und zu uns transportiert werden. Bei diesen unglaublichen Datenmengen ist das ziemlich energieintensiv. Schätzungen zufolge entfallen etwa 4-5% des globalen Stromverbrauchs auf solche Rechenzentren, wobei größere von ihnen gerne einmal so viel Strom verbrauchen wie eine ganze Kleinstadt. Videos machen dabei einen besonders großen Anteil des Datenverkehrs aus. Denn wie wir auch am eigenen Handyspeicherplatz sehen, gehören Videos zu den mit Abstand größten Dateien. Laut der Studie von The Shift Project machen Videos damit ganze 80% des globalen Datenverkehrs aus. Von den 60% des Datenverkehrs, die als klassische online Videos bezeichnet werden, entfallen 34% auf die sogenannten „Video on Demand“-Plattformen, also Netflix, Amazon Prime und alle anderen Streamingseiten. Wobei Streamen nicht der einzige Übeltäter ist: Pornographie und YouTube Videos haben ebenfalls ein großes Stück vom Kuchen.

 

Videos machen einen sehr großen Teil des globalen Datenverkehrs aus. Streamen liefert dabei von allen Online Videos den größten Beitrag. (angepasst aus „Climate Crisis: The unsustainable use of online video“  von The Shift Project)

Online Videos sind damit jährlich für so viel Treibhausgasemissionen verantwortlich wie das ganze Land Spanien (2018: 300 Millionen Tonnen CO2e). Video on Demand, also Streamen, alleine setzt dabei so viel CO2 frei wie Belgien in einem Jahr (2019: 90 Millionen Tonnen CO2e). Der Datenverkehr übers Internet verbraucht also einiges an Strom und es wird immer mehr. Wir schauen immer mehr Videos in immer besserer Qualität, was den globalen Datenverkehr nach oben treibt. Wie belastend das ganze dann für die Umwelt ist, hängt vor allem auch davon ab, ob der Strom aus erneuerbaren Energien oder etwa fossilen Energieträgern kommt. Die Studie Clicking Clean (2017) von Greenpeace zeigt dabei, dass Netflix und Amazon Prime leider noch kaum auf erneuerbare Energien, sondern viel mehr auf Kohle, Gas und Atomstrom setzen. Um Streamen und auch das Internet als ganzes umweltfreundlicher zu machen, müssen die energieintensiven Rechenzentren mit erneuerbaren Energien betrieben und durch neue Technologien effizienter gemacht werden. Im Einzelnen gibt es bereits innovative Konzepte, die bspw. die enorme Abwärme der Rechner zum Heizen von Wohnhäusern nutzt. Auch durch Druck von Konsument*innen kann dieser Wandel schneller vorangetrieben werden.

Ressourcenverbrauch Zuhause

Wie viel CO2 schlussendlich wirklich durch das Streamen entsteht hängt vor allem von der Nutzung Zuhause ab. Zu diesem Schluss kommt das Forschungsprojekt Green Cloud-Computing, das gemeinsam vom Umweltbundesamt, Öko-Institut und Fraunhofer IZM durchgeführt wurde. Laut den ermittelten Daten sorgt eine Stunde Videostream für 1,5g CO2, die im Rechenzentrum emittiert werden. Je nach Übertragungsart kommt dabei durch den Datentransport nach Hause noch einiges obendrauf. Über das Kupferkabel, was die meisten von uns Zuhause haben, werden insgesamt 4g CO2 pro Stunde Videostream emittiert. Zu den 1,5g im Rechenzentrum kommen also noch 2,5g bei der Übertragung dazu. Deutlich schlechter schaut es da beim Mobilfunk, also übers Handynetz aus. Hier werden beim moderneren LTE (4G) 13g und beim veralteten UMTS (3G) insgesamt 90g CO2 emittiert – das ist mehr als 20 mal so viel wie beim Kupferkabel. Zuhause im Wlan zu streamen ist also um einiges umweltfreundlicher als unterwegs am Handy.

Das Forschungprojekt „Green Cloud Computing“ zeigt, dass die Art der Datenübertragung für den CO2-Fußabdruck entscheidend ist. Die verbreiteten Handynetze (3G, 4G) belasten die Umwelt deutlich stärker als das Internet Zuhause.

Zur Verarbeitung im Rechenzentrum und dem Datentransport nach Hause kommt schließlich noch ein wichtiger Faktor zur Klimabilanz dazu: die Endgeräte Zuhause. Wie viel Strom verbraucht wird, ist von Gerät zu Gerät verschieden. Im Allgemeinen lässt sich aber sagen, dass größere und ältere Geräte tendenziell mehr Strom verbrauchen als kleinere und moderne. Am großen Smart-TV mit extra Stereoanlage wird also um einiges mehr Strom verbraucht als am kleineren Laptop oder Tablet. Die endgültigen Auswirkungen vom Stromverbrauch auf die Umwelt hängen dann auch vom eigenen Stromtarif ab. Grüner Strom aus Wind, Wasser und Sonne hat hier eine deutlich bessere Bilanz.

Tipps für umweltfreundliches Streamen

  • Zuhause über Wlan statt Mobilfunk
    Am besten auch gleich Folgen und Filme im Wlan für unterwegs runterladen – das gilt übrigens auch für Musikplaylists.
  • Niedrigere Auflösung verwenden
    Bei Ultra-HD müssen bis zu 10 mal mehr Daten übertragen werden als bei HD
  • Ökostrom für Zuhause
    Natürlich sollte man auch beim Strom Zuhause darauf achten, dass er aus erneuerbaren Energien und nicht aus Öl, Gas, Kohle und Atomkraft kommt. Der Wechsel über Vergleichsportale braucht nur wenige Klicks und entlastet unmittelbar die Umwelt.
  • Ungewünschte Videos vermeiden
    Auf vielen Plattformen wie Facebook und Instagram werden Videos auch ohne Draufklicken automatisch abgespielt. Besonders YouTube und Netflix nutzen Autoplay und maßgeschneiderte Vorschläge, damit du dir spontan möglichst viele Videos anschaust, auch wenn du das eigentlich nicht geplant hast.
  • Keine Videos „hören“
    Viele Menschen spielen bspw. zum Arbeiten am PC im Hintergrund Musikvideos ab. Dabei müssen trotzdem die großen Datenmengen des Videos übertragen werden, obwohl es gar nicht angeschaut wird. Zum Musikhören sind Musikstreamingseiten besser geeignet.
  • Gemeinsam streamen
    Wenn in deinem Umfeld mehrere die gleiche Serie schauen, macht es nicht nur mehr Freude, sondern es ist auch besser für die Umwelt, wenn ihr sie zusammen schaut.
  • Bevorzuge kleinere Geräte
    Vielleicht muss es nicht jedes Mal der große Smart-TV mit extra Soundsystem sein – im Bett am Tablet lässt es sich auch ganz gemütlich schauen.

 

Weitere spannende Beiträge zum Thema

  • Planet B
  • Ökochecker SWR
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  • Netflix CO2-Fußabdruck Rechner

 

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